Unterwegs

UnterwegsIMG_6124(diese Traumwandlerin begegnete mir neulich auf dem Cover einer CD, die Ulli uns schenkte)

Wenn ich reise, reise ich. Bin ganz an diesem Ort. Nehme alles auf, mit allen Sinnen. Gerüche, das Muster des Pflasters, auf dem ich gehe und bedauere heute, dass ich keinen Abrieb davon gemacht habeIMG_5862in den Rinden der Bäume. Türen, Fenster….den alten Mann, der mit gekrümmten Rücken und winzigen Schritten Mühe hat, die Straße während einer grünen Ampelphase zu bewältigen. Die Autofahrer, die geduldig warten..

So geschehen auf meiner Reise durch Weimar, Naumburg, Erfurt, Plauen.

Zehn Tage nur war ich unterwegs. Zehn Tage bin ich nun schon wieder zurück, aber Nacht für Nacht bin ich noch immer im Traum dort. Ich kenne dieses Phänomen. Dieses „Nachhinken“ der Seele, wie ich es nenne. Ein Teil von mir ist noch immer dort, wandert durch die Gassen. Dieser Viadukt über der Ilm mit dem Kreuz in Ufernähe. Der frische Blumenstrauß, gerade abgelegt von einer Frau, die weinend das Fahrrad schiebt. (Die Mutter des jungen Mannes, der dort seinem Leben ein Ende setzte ?) Unfreiwillig zieht es mich in eine Geschichte, von der ich nichts wissen will.  Oder die Villa des Ehepaares Haar, in dem nun ein Museum untergebracht ist. Traumhaft schön, in einem Park gelegen. Auch hier eine dunkle Vergangenheit, die durch die Mauerritzen zieht.

Wunderschön restaurierte Häuser neben verfallenen, vernagelten Trümmergrundstücken. IMG_6045

Dann wieder in Naumburg das kleine Geschäft der Bürstenmacherin, die nun schon in dritter Generation die Tradition fortsetzt.IMG_6038die quicklebendige Dame zeigt uns ihre Schätze. (kleine Anmerkung: die Dame ist einverstanden mit der Veröffentlichung ihres Fotos).

Dann die Töpferinnen in der Nähe des Domes, das Cafe Mohren, in dem kürzlich, wie ich lesen konnte,  eine liebe Bloggerin einen Bloggerfreund traf.

Jeder Winkel erzählt Geschichten. Auf einem Trümmergrundstück liegt ein leerer Fensterrahmen. Ich konnte nicht anders und nahm ihn mit. IMG_6122Noch hängt er stumm und leer an der Wand und gibt seine Geschichte nicht preis, also muss ich selber eine spinnen …..

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18 Gedanken zu “Unterwegs

  1. Ich bin auch immer wieder auf meinen „Buchalovs Freunde Touren“ erstaunt, was man unterwegs so alles sieht, was man so erlebt, wenn man alles trifft und wie das wirkt. Noch nach Tagen. Oder Wochen. In der Nacht. In den Skizzen und den Fotografien. Ich finde mich in Deinem Beitrag wieder, sehr schön! Liebe Grüße Juergen

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  2. Das ist genau das, was mir fehlt: gehen, schauen, aufnehmen, auf Spuren wandeln, selbst welche hinterlassen, aufheben, mitnehmen, wofür auch immer noch – heute…
    die Dame ist dir wunderschön gelungen, ich liebe ja auch nicht nur die Musik, sondern bin durch das Cover neugierig geworden-
    herzlichste Grüße
    Ulli

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      1. das freut mich sooo, liebe Marie, ich mag sie auch sehr, aber gerade eben ist mir nach tanzen und nicht still sein, alles zu seiner Zeit, nicht wahr 😉

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  3. Reiseberichte dieser Art liebe ich! Angefangen bei den Zielen, bis hin zu den feinen Beschreibungen und den illustrierenden Fotos!
    Mir geht es oft so, dass ich von den Orten nicht mehr weg mag…bleiben geht aber auch nicht…
    Gruß von Sonja

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    1. Liebe Sonja, du warst es doch, die neulich in Naumburg war, oder? Leider kann ich deine wunderbaren Berichten nicht kommentieren, weil es nicht mit dem Einloggen klappt. Ich verfolge und genieße sie aber immer sehr…darauf kommt es ja auch an. Und nein, Bleiben geht nicht, das macht wohl gerade den Zauber aus, denke ich. Jetzt bin ich – zumindest tagsüber- wieder in meinem Zuhause, was ich auch sehr genießen kann. Die Erinnerungen begleiten mich dennoch und sind mir willkommen. Liebe Grüße, Marie

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    1. Danke lieber Ernst….ja manchmal hinkt die Seele bzw. ein Teil von ihr bleibt zurück. Kennst du das auch. Wenn ich in den Bergen war ist es noch schlimmer, dann muss sie über die Pässe….womit bewiesen wäre, dass sie ein Gewicht hat. Zumindest meine🙃

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  4. Ein feiner Reisebericht, so ganz nach meinem stillen Herzen, und Deine wundervolle Traumwandlerin zeigt Deine sichere Hand für feinste Scherenschnittarbeit.
    Das filigrane Muster der linken Seite passt so gut zur träumend Wandelnden. Ich sehe sie vor mir, wie sie durch *Nebel*, der keiner ist, schreitet und keinen sieht, denn ihre Augen sind geschlossen und erwachen möchte sie nicht

    Lieber Gruß von Bruni

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