Anschauen 

Anschauen…ein Thema, das mich bewegt.  Ich schaue aus dem Fenster, sehe den jungen  Vater, der den Kinderwagen vor sich herschiebt und seinen Blick aufs Handy heftet, wie gebannt, der Fahradfahrer, der mich beinahe umnietet, weil er gleichzeitig aufs Display starrt, einen Bahndamm überquert und dann auch noch mir ausweichen muss, den Menschen auf Bürgersteigen, in der Straßenbahn, selbst im Wald… manchmal macht es mich wütend, manchmal traurig, in jedem Fall aber nachdenklich. Ich fange also bei mir selber an und bemühe mich hin zu schauen. Und wie immer, wenn mich etwas beschäftigt, schneide ich es aus. Als ich vor Wochen im Museumsshop des Arpmuseum ein Mobile fand, schoss es mir durch den Kopf. Das ist eine Möglichkeit , Gedanken, die mich bewegen, auf „Spickzettel“ zu bannen und durch den Raum schweben zu lassen.  Sätze wie „sorge dich nicht vor der Zeit“, oder „ich muss mir nicht alles von mir gefallen lassen “   (Er stammt noch aus der Zeit, als ich mit psychisch beeinträchtigen Menschen gearbeitet habe und ein Teilnehmer warf ihn in den Raum ) Ulli fragte kürzlich in ihrem Blog, was ist dir heilig? Die Frage hat mich umgetrieben. Also entstand ein Spickzettel, „heilig, unheilig „   Nun schweben also kleine Gedankenfetzen durch den Raum, wie tibetische Fahnen im Wind. Mögen sie mich ständig mahnen zu mehr Achtsamkeit und nicht das Hinschauen zu vernachlässigen.

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16 Gedanken zu “Anschauen 

    1. Wenn Du für Tage weg bist und nur Dein Handy dabei und Du etwas auf dem Blog schreiben möchtest oder bei jemanden Kommentieren möchtest, kommst Du nicht darum herum. So ist es nun mal.
      Ich selbst habe ALLERDINGS mal in Tokio 2002 diese Omnipräsenz negativ erlebt – ein jeder schaute auf das magische Viereck. Ich dachte bei mir: Wenn ich jetzt diese Szene einfrieren könnte, würde ich bei JEDEM mindestens ein Handy vorfinden.

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  1. Liebe Marie, und wieder finde ich bei dir eine ganz zauberhafte Idee, ich mag die Leichtigkeit, die Gewichtiges in der Schwebe hält, hach…
    wenn ich eine Wohnung mit hohen Decken hätte würde ich jetzt solch eine Mobile bei dir bestellen, obwohl … ich denke mal drüber nach … heute heißt es zwischen uns: thinking twice 😉
    herzlich zugewandte Grüße
    Ulli

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  2. Ich bin begeistert von den oben ausgelegten Wort-Bildern, und auch die Idee, solche Gedanken „durch den Raum schweben zu lassen“, gefällt mir. Am meisten aber beeindruckt mich der Prozess, den du beschreibst: wie aus einer Außen-Wahrnehmung ein inneres Bild und eine Vornahme und aus der Vornahme ein tangibles Werk entsteht. Es ist so ganz anders als ich vorgehe. Liebe Grüße dir, du Ausschneidekünstlerin! Gerda

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