Welche Lieder

Welche Lieder haben wir gesungen damals… ?   Als mich vor Tagen per Mail dieses Foto erreichte, haute es mich aus den Schuhen. Vor ca. zwei Jahren waren R. Und ich uns bei einer Jazzveranstaltung wieder über den Weg gelaufen. Nach etwa vierzig Jahren. Wir standen uns gegenüber und rieben uns die Augen und uns fehlten ein wenig die Worte. Nun hat er dieses alte Foto ausgegraben und mir über einen gemeinsamen Freund zuschicken lassen. Weder er noch ich hatten eine Erinnerung daran, aber bei mir setzte es eine Flut von Emotionen und Bilder in Bewegung. Und ich frage mich, was haben wir gesungen damals. Hannes Wader, „Ich bin ein Rohr im Wind“, Die „Moorsoldaten, Donna Donna, Morning has broken“ oder Biermann „Du lass dich nicht verhärten, Sag mir wo die Blumen sind und Bettina Wegner „Sind so kleine Hände“. Ich weiß es nicht mehr. Das Gitarrenspiel hatte ich mir selber beigebracht. Die eigenen Lieder entstanden späterMeine Gitarre steht verweist in der Ecke und Wehmut überkommt mich. Vielleicht müssen neue Lieder her. Ulli hat heute das Wolfslied von Degenhard gebloggt und es hat mich wieder genauso getroffen wie damals. Ja, damals haben wir gegen Rechts angesungen.  Nun, nichts hält mich davon es wieder zu tun.  

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9 Gedanken zu “Welche Lieder

  1. Liebe Marie, einmal mehr erkenne ich unsere Verwandtschaft, deine Lieder waren auch meine Lieder, die ich gerne mitsang, nur zwei kenne ich nicht, aber das lässt sich ja nachholen!
    Konstantin Wecker ist ja auch so ein wunderbarer Barde und Kämpfer, der nie müde wird gegen das Unrecht und gegen rechts zu singen und gerade denke ich wieder: wir sind Viele, die anderen sind nur so entsetzlich viel lauter!
    liebe Grüße
    Ulli

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  2. Oh ja, der Konstantin. „Gestern da ham sie den Willi erschlagen“ ….. Wie oft habe ich seine Lieder gehört und mitgesungen. Letztes Jahr habe ich ihn gesehen und gehört. Er ist noch immer nicht müde. Mit Siebzig. Aber wo sind die jungen Stimmen.?

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  3. Schön die Bilder, liebe Marie! Die Lieder waren so ziemlich auch meine, oder vielmehr meine in der Kinderladen-Zeit meines Sohnes. Ich selbst hatte wohl keine Lieder um mich herum, als ich jung war. Das alte Volkslied-Gut war verdorben, und Neues gab es nicht in den bleiernen Jahren, in denen ich aufwuchs.

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  4. Ja die Sechziger und Siebziger- Jahre hatten es in sich. Wir konnten aufbrechen und uns neu erfinden. Und wir waren Viele. Heut ist es viel zu still bei den brennenden Themen. Was können wir bloß tun gegen den Rechtsruck im Lande? Weißt du es, liebe Gerda? Ich wünsche dir einen guten Abend. Marie

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    1. Ich kann eigentlich keinen „Rechtsruck“ erkennen, Rechtswähler dieser Art gab es immer. Ich finde es nicht richtig, die Wähler einer Partei durch ständigen Druck zu einer kompakten Gruppe zusammenzuschweißen. Klüger wäre es, sie auseinander zu pflücken, indem man die unterschiedlichen Motivationen, Charaktere, Positionen, Führungs- und Gefolgschaftsbedürfnisse erkennt, und politisch auch die Gründe für Wut und Enttäuschung angeht.
      Schweißen ist ein gewaltsames Verfahren, durch das ganz Unterschiedliches fest mit einander verbunden wird. Auseinanderpflücken ein sensibles vorsichtiges Vorgehen, in dem man unterscheidet, trennt, sortiert. Verstehst du, was ich meine?
      Ich war ja in den 60er Jahren aktiv in der Berliner Studentenbewegung. Wir verwarfen das Alte und die Alten mit starken Worten und fanden uns im „Gegen“ auf der richtigen Seite der Geschichte. Wofür wir waren, das blieb sehr allgemein (Solidartät, Frieden, Liebe etc) und es war sehr strittig (Sozialismus, Maoismus, Humanismus), Sehr bald zersplitterte die Bewegung und jeder ging seines Wegs. So konnten sich die Machtstrukturen und ökonomischen Modelle festigen, die nun bestehen und auf die die Jungen reagieren.

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  5. Du hast sicher recht und ich sehe die Versäumnisse durchaus. Viele würden einfach nicht mitgenommen und gerieten ins Abseits. Kein Wunder, dass sie nun um sich schlagen. Dennoch will mir kein Weg einfallen, mich diesen Problem zu stellen. Ich bin auch eher für das Verbindende und nicht das Trennende. Wo anfangen. Die Ratlosigkeit ist das Zermürbenste. Danke für deine Erläuterungen, ich muss das Alles noch einmal sacken lassen. Liebe Grüße, Marie

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  6. Ich finde, in der Schweiz hat leider das konservative rechte Lager die Mehrheit. Wobei ich die Bezeichnungen ‚Die Linken und ‚Die Rechten‘ längst als überholt betrachte, leider werden diese Begriffe bei uns nach wie vor gebraucht.
    PS: Übrigens hätten wir uns musikalisch verstanden. Ich habe immer viel gesungen, Dillon, Baez, Folk, Gospel und Schweizer Lumpenlieder. Ich hatte die Gitarre vor Jahren einer Enkelin geschenkt, habe vor ein paar Tagen wieder angefangen, Griffe einzuüben und Töne von mir zu geben 😉 ;-D

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    1. Ja, lass uns wieder spielen und singen. Ich summe seit Tagen wieder vor mich hin. Joan Baez fand ich grandios und Dillon sowieso. Aber was sind Lumpenlieder? Hört sich auf jeden Fall gut an. Ich wünsche dir einen schönen Abend. Habt ihr Schnee? Alles Liebe, Marie

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