Abfall

Abfall

Die Birke in unserem Garten streut kleine Zweige.. ich muss sie sammeln… es ist wie ein Zwang. In das Papier war das Essen eingewickelt, was wir uns beim Griechen um die Ecke geholt haben. Davon riss ich einen Fetzen ab und schrieb das Wort Birke darauf, wieder und wieder, wie eine Beschwörung, denn meine Sorge um den Baum lässt mir keine Ruhe. Die Trockenheit der letzten Jahre hat soviel Schaden angerichtet.

Was mich erstaunt….. absichtslos entstand die Form eines Birkenblattes.

Trostbrief

Trostbrief

Die Nacht war kurz. Die eine oder andere Sorge raubte mir den Schlaf. Ich kramte in einem Sammelsurium-Kistchen und fand einen Umschlag, auf dem mein Name stand. Da kam mir die Idee zu einem Trostbrief an mich selber. Nun ist er fertig und siehe da…. die Gespenster der Nacht haben sich verflüchtigt. Das Volumen hat beträchtlich zugenommen. Das kommt von den Wünschen, die ich hineingesteckt habe.

Ein Kleid für Selma Meerbaum-Eisinger

Ein Kleid für Selma Meerbaum Eisinger

Seit mir vor Jahren der Gedichtband dieser großartigen Lyrikerin in die Hände fiel, lässt mich ihre Geschichte und das Andenken an sie nicht mehr los. In ihrem kurzen Leben (sie starb achtzehnjährig im Konzentrationslager Czernowitz) schuf sie ein Stück Weltliteratur.

Bei meiner Auseinandersetzung mit dem Thema „Würde“ war es mir daher ein Anliegen, dieser jungen Frau eine Arbeit zu widmen. Ich „schnitt“ ein Kleid für sie und verwendete dafür Teichfolie. Mein Dank geht an Frau Graugans, von der der Tipp für dieses Material kam.

Immer wieder schrieb ich den Satzbeginn : „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“ und schnitt es aus. Nun weht das Kleid in meinem Garten.

Und nun noch das ganze Gedicht

Tränenhalsband

Die Tage lasten schwül und schwer, voll wildem, bangem Weh. Es ist in mir so kalt und leer, daß ich vor Angst vergeh.

Die Vögel ziehen gen Mittag hin, sie sind schon lange fort. Schon seh‘ ich keine Astern blühn, und auch die letzten Falter fliehen, die Berge sind mit Herbst umflort.

Ich bin in Sehnsucht eingehüllt, ich sehne mich nach Dir, mein heißes Sehnsuchtslied erfüllt die Welt und mich mit ihr.

Der Regen, der eintönig rauscht, begleitet meinen Sang, Und wer dem Regenliede lauscht und wer sich an dem Weh berauscht, der hört auch meines Liedes Klang.

Nur du allein, du hörst es nicht – ach, weiß ich denn, warum? Und wenn mein Lied einst grell zerbricht, du bleibst auch kalt und stumm.

Dir macht es nichts, wenn jeder Baum mitleidig fleht: so hör! Du gehst vorbei und siehst mich kaum, als wüßtest du nicht meinen Traum, und‘s fällt dir nicht mal schwer.

Und bist du so bleich bedrückt, wie einer der versteht, der seine Seufzer schwer erstickt und schwer beladen geht.

Zwischenräume

Zwischenräume

Bei dieser Arbeit wurde es mir besonders bewusst. Sie lebt von den Zwischenräumen. Die glatte Fläche wird „aufgebrochen“. Löst sich auf und folgt einem eigenen Gesetz. Zwischen Borke und Rinde finde ich die wunderbarsten Muster. Eine Parallelwelt, die sich verbirgt. Der Aufbau einer Zelle, Knochenstrukturen. Wahre architektonische Wunderwerke.

Ich spinne den Faden weiter. Was geschieht in den verborgenen Zwischenräumen in mir? In Träumen werden Sie sichtbar. Manchmal.

Saß einst ein wild Vögelein

Saß einst ein wild Vögelein

….. auf seinem grünen Ästchen,

das sang die ganze Winternacht, die Stimm tät laut erklingen,

Das sang die ganze Winternacht, die Stimm tät laut erklingen.

Oh sing mir doch, oh sing mir doch, du klein wild Vögelein,

Ich will um deine Federchen, Dir Gold und Seide winden

, ich will um deine Federchen, Dir Gold und Seide winden .

Behalt dein Gold und deine Seid, ich will Dir nimmer singen,

Ich bin ein klein wild Vögelein und niemand kann mich zwingen,

Ich bin ein klein wild Vögelein….und niemand kann mich zwingen.

Als mich heute diese Geburtstagskarte verfrüht von meiner lieben Freundin Brigitte erreichte, fiel mir spontan das Lied ein, dass ich so gerne singe. Es passt gerade so wunderbar in meine derzeitige Stimmung und ich hefte es am Sonntag an meine Herzwand.