Rindengespräche 2

Rindengespräche 2 Noch immer suche ich nach Worten, noch immer befrage ich die Bäume, sie sagen: „Durchhalten“

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Der Balkan

Der Balkan)das klang für mich als Kind immer wie das Märchen von Tausend und eine Nacht….. nun habe ich einen Zipfel davon bereist und der Zauber hat Risse bekommen. Vier Wochen waren wir unterwegs, Österreich, Slovenien, Kroatien, Montenegro und schließlich Albanien und alles wieder retour. Erst jetzt, Tage nach meiner Rückkehr setzt eine Bilderflut in mir ein und Emotionen werden freigesetzt, die ich kaum beschreiben kann. ( und ja auch nicht muss) Ich habe Schönes gesehen und Verstörendes. Immer dicht beieinander. Eine brüchige Welt und nun weiß ich wieder, wie geordnet und abgesichert ich hier leben darf. Spuren der Zerstörung vom letzten Balkankrieg sind aller Orten sichtbar. Ich könnte Ulli locker hundert „verlassene Orte“ zeigen. Es tat weh, den Verfall zu betrachten. Die Lieblosigkeit und Verwahrlosung an so vielen Orten hinzunehmen. Vor Allem in Albanien springt die Armut einem aus jedem Winkel an. In einer Kirche lernen wir Rita kennen, die dort in einem Museumsshop für kleines Geld arbeitet. Eine Deutschlehrerin, die uns verzweifelt ihre Geschichte erzählt. Wir sind erschüttert, geben ihr Geld, was sie beinahe ohnmächtig werden läßt. (Scham und Freude mischten sich wohl) jedenfalls lagen wir uns beim Abschied weinend in den Armen. Wir sind weiterhin in Kontakt mit ihr und für mich hat Armut nun ein Gesicht bekommen. Aber darüber berichte ich später einmal. Nun, die Reise führte uns auch an wunderschöne Orte. Dubrovnik, Zagreb, wo wir die charmanteste Führerin hatten, die wir je erlebt haben. wir bereisten Kotor Korcula, Primosten und den Krka-Nationalpark. Weil die Bora in der letzten Woche übers Land fegte, müssten wir einen Tag länger bleiben und wir besuchten noch das Tal, wo Winnetou am Marterpfahl stand. Ein wunderschönes Tal. Ich denke zurück an die Halbinsel Peljesac, wo einfach nur genießen auf dem Programm stand.fast kitschig, nicht wahr? Dann ging’s zurück über die Steiermark und zurück ins aufgeräumte Frankenkandnun denn.. es reist noch immer in mir…. vielleicht berichte ich später mehr.

Abschied von Albanien

Abschied von Albanien noch ein letzter Blick. Ein Land, das zunächst nicht auf unserer Reiseroute lag. Die Gegensätze sind es, die mich beschäftigen. Bitterste Armut, traumhafte Landschaften. Gestern ein Ausflug nach Theti. Eine Höllenfahrt, auf halsbrecherischen Wegen. Immer der ängstliche Blick in den Abgrund. Der Fahrer lacht, telefoniert während der Fahrt klatscht zur Musik in die Hände. Dann Ankunft in einem Tal, das von der Welt verlassen scheint. Der Schein trügt. Auf einer Wiese sitzen Mädchen, die ihre Schulaufgaben erledigen und uns in perfektem Englisch Auskunft über den Weg zum Wasserfall gebenSpäter treffen wir einen Teenager , der uns in ebenso perfektem Deutsch etwas zu trinken anbietet. Die Frage, wo sie das gelernt habe, beantwortet sie mit:“durchs Fernsehen“.Wir werden fürstlich bewirtet mit heimischen Produkten. Eine sehr gesunde mediterrane Küche, köstlichem Käse, Tomaten, die ich vermissen werde und leckerem Brot. Die geflochtenen Zäune haben es mir besonders angetan.

Rindengespräche

Rindengesprächeeigentlich bin ich voll mit anderen Themen, meine Reise durch Kroatien und nun Albanien rütteln an mir… aber heute habe ich eine Verschnaufpause eingelegt, habe blind die Rinde einer alten Weide am Ufer des Shkodrasee gemalt und ausgeschnitten. Ich brauchte etwas zum Festhalten.

Kroatien

Kroatien atemberaubend schön und todtraurig, weil die Spuren des letzten Krieges sich allerorten zeigen. Soviel Reichtum, soviel Armut. Und ich schaue und staune. Hier ein Bild aus dem Krka-Nationalpark.

Brückenwanderung

Brückenwanderung …..genau genommen, eine Wanderung in „meinem“ Stadtteil Köln Dellbrück an einem Brückentag. Als mich Ingo Müller-Becker vor Monaten ansprach, ob ich mitmachen wollte an dieser Aktion, sagte ich spontan zu. Gestern also, am 1.Juni, war es soweit. 133 Menschen machten sich auf den Weg und erwanderten acht Brücken. An jeder Brücke fand ein kleines Event statt. Musiker, Sänger, Schauspieler und ein Vorleser gestalteten ein abwechslungsreiches Programm. Ich durfte eine Brücke (quasi im Wald hinter meinem Haus) gestalten. Zunächst schien alles buchstäblich ins Wasser zu fallen, denn am Morgen ging ein heftiges Gewitter nieder und es regnete Bindfäden. Keine gute Voraussetzung für unser Vorhaben. Aber dann hellte es sich etwas auf. Letztendlich blieb ein kurzes Zeitfenster, die Scherenschnitte rechtzeitig zu platzieren. Ganz schön aufregend. Aber ich hatte liebe Helfer und der letzte Schnitt war in den Baum gehängt, da kam die Vorhut, zwei kleine Jungen, die den großen Tross ankündigten. Sie empfingen die Ersten lautstark mit den Worten….“nichts anfassen“ . Großes Schmunzeln……denn dann müsste ich das nicht selber machen. Leider kann ich von dem Event keine Fotos zeigen, da alles so schnell gehen musste, daher nur ein paar Fotos vom Vortag. Ich danke allen, die mich mit Rat und Tat unterstützt haben.

Sonntagmorgen

Sonntagmorgen im Garten ist es still…. der abgestorbene Pflaumbaum ist zu neuem Leben erwacht. Die Kletterrose hat ihn erobert. Ich wandere barfuß und bin wieder einmal berauscht von der Fülle und Schönheit, die mir begegnet.

Tausend Blumen

Tausend Blumennoch immer habe ich nicht alle Namen gesammelt (und gebündelt) ..noch arbeite ich daran. Die Birkenreiser lagen direkt vor der Wohnwagentür im Vinschgau. Zuhause angekommen habe ich noch immer den Duft nach Waldboden, nach Kiefern und Heu in der Nase. Die Wanderungen gehen im Kopf weiter. Waalwege, der Aufstieg nach Stilfs….. ein Aufeinhalt in Meran, Besuch im Schnalztal bei Petra im Oberniederhof …. das alles trage ich im Herzen und bin noch voll davon…. und dann gib’s noch Vierbeiner, denen ich tief in die Augen schaute