Vom Hinfallen und Aufstehen

Aufwärts

Die letzten Wochen hatten es in sich.

Erst wurde mir das Atelier genommen und dann kam der Supergau. Unsere schöne Wohnung am Waldrand wurde wegen Eigenbedarf gekündigt. Der Boden tat sich auf, denn jeder, der den Wohnungsmarkt in dieser Stadt kennt, weiß wovon ich spreche. Da ist ein halbes Jahr, das uns für die Suche eingeräumt wurde, gar nichts.

Bei aller Verzweiflung hörte ich immer im Hinterkopf eine Stimme, die sagte, wer weiß, wozu es gut ist. Ganz leise mahnte sie mich, nicht liegen zu bleiben. In dieser Zeit durften mein Mann und ich erfahren, was es heißt, gute Freunde zu haben, eine Welle von Mitgefühl und Hilfsangeboten schwappte über uns hinweg. Meine Kunst lag brach. Ich brachte nur Gekritzel zustande.

Und dann geschahen kleine Wunder. Eine Freundin riet mir, alle meine Wünsche zu Papier zu bringen und für mich sichtbar hinzulegen. Ich tat es. Schrieb drauflos. Dachte zwischendurch, du bist unverschämt, denn es war von einem lichten Haus die Rede, von einem Atelier, einem alten Garten mit Rotkehlchen und am Abend eine singende Amsel auf dem Dach. Ich ließ nichts aus. Es tat gut, alles hinzuschreiben. Und dann begann ich, das Geschriebene auszuschneiden.

Bis zur Hälfte habe ich es geschafft, dann ging mir die Puste aus. Und nun…. nur eine Woche später, hat sich auf wunderbare Weise alles erfüllt. Noch ist der Mietvertrag nicht unterschrieben, aber alle Zeichen stehen günstig. Ein Haus, mit Garten, einem Raum für meine Arbeit und das Ganze noch näher am Wald…..

Ich kann es selber noch nicht ganz glauben.

Nun sind die Koffer gepackt und gleich werde ich abgeholt zum Meditationswochenende in der Eifel. Und wieder kann ich nur Danke sagen.

Oben und Unten

Oben und UntenManchmal weiß ich nicht, wo ist oben, wo unten, wo hinten, wo vorne.

Seit Silvester weiß ich nur, das ich mein Atelier zum Ende März verlassen muss. Nun bin ich also wieder auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe für meine Arbeit. Ich schwanke zwischen Beklommenheit und Zuversicht und arbeite weiter, als wenn nichts wäre, sammele Wörter und überlasse meinem Stift, der Schere und dem Papier das Feld. Und dann entstehen Formen und Muster, von denen ich selber nichts weiß.jedenfalls habe ich mich derzeit von Farben verabschiedet und finde Gefallen an Schwarz-weiß.und diese Frau (eine Blindzeichnung) ….. soll ich die Vorder- oder Rückseite (die ich bereits vollgekritzelt hatte) wählen?

Maria Laach

Maria LaachTage des Schweigens liegen hinter mir. Die Klosteranlage Maria Laach ist ein wunderbarer Ort, um zur Ruhe zu kommen. Zwischen den Meditationen stromerte ich durchs Gelände und wenn die Worte aufgegeben werden kann das Auge umso intensiver wahrnehmen. Wunder über Wunder.Phantastische Wandmalereien ein winziges Blatt, als ich es aufhob löste es sich vom Stil und flatterte davon.

.Und ein kleines Wunder gab es auch.

Ich hatte nach dem Frühstück unglaubliche Lust auf einen Apfel. Mein Obst hatte ich zuhause liegen lassen. In der kurzen Pause zwischen den Meditationen machte ich mich rasch auf zum Hofladen, um mir Obst zu kaufen. Es war aber noch zu früh und ich stand vor verschlossener Tür. Schade, dachte ich, drehte mich um und siehe da, unterm Baum vor dem Geschäft lagen zwei makellose Äpfel. Ich wahr wie wie vom Donner gerührt. Jedenfalls nahm ich sie mit. Mir lief das Wasser im Mund zusammen und dann im Zimmer verspeiste ich einen Apfel mit Genuss und Bedacht. Ich dachte an die Blüte im Frühling, an die Bienen, die sie besuchten, an das Reifen im Sommer und schließlich an den Menschen, der ihn schließlich erntete. Es war beinahe eine stille Andacht. Das blieb übrig.

Hier noch ein paar Bilder und damit möchte ich allen ein besinnliches Weihnachtsfest wünschen.

Kleine Ausstellung für mich allein

Kleine Ausstellung für mich alleinGestern zerstörte ich versehentlich eine Arbeit von mir. Das tat weh. Dann machte ich mich daran, alltägliche Gegenstände, die mich trösten zu zeichnen und auszuschneiden. Meine Wärmflasche, die Zitronenpresse, die mir nun schon seit vielen Jahren meine morgendliche Zitrone auspresst. Meine Schere, eine Treppe, die mich aufwärts führt …,,. die anderen kleinen Schnitte hatte ich noch. …. dann genehmigte ich mir ein Glas Eierlikör (den ersten, den ich selber gemacht habe – manchmal mag ich das Zeug) ….breitete mein Gewerk vor mir aus, lauschte Beethovens Sechster und genoß meine kleine, feine Vernissage.

Taschen

Taschen…..kann man nie genug haben…… behauptet jede Frauenzeitschrift. Und immer wieder bin ich beeindruckt, wie wichtig dieses Utensil zu sein scheint. Es stellt sich mir wiederkehrend die Frage, was mag sich in diesen Monstern, die manche junge Frauen mit sich rumschleppen, verbergen?

Nun denn….. dieses Modell lädt zum Konsumverzicht ein.

Klein, klein

Klein, klein…es geht weiter, tatsächlich fand ich noch mehr der kleinen Kästchen und es macht mir unglaubliche Freude, hineinzukriechen und so kleine Räume zu gestalten, vielleicht als Vorlage für größere Werkevor Allem das Zusammenspiel von Fundstücken, (hier eine gefärbte Alge aus der Bretagne) Stoffresten, Fäden und natürlich Papier, Papier, Papier. und selbst die kleinsten Reste werden verarbeitet.

Alte Schachteln

Alte Schachteln….fand ich neulich in einem Laden….ich musste sie einfach mitnehmen und mit Fundstücken aus dem Sommer bestücken. Das letzte Kistchen verbreitet Lavendelduft, ich konnte die Stengel nicht fortwerfen.