Tage mit Goldrand

Tage mit GoldrandDie letzten Tage sind geeignet zur Einrahmung. Vier Tage in einem wunderbaren Ausnahmezustand. Die Ausstellung im Torhaus der Kölner Flora (Botanischer Garten) gehen zu Ende. Tage voller Licht. Wunderbare Begegnungen. (Vorwiegend mit Frauen) Ermutigung und Wohlwollen. Geschenke, wie diese Schere, die mir Freunde aus Uzbekistan mitbrachtenMir erscheint alles wie ein Traum. Eine Freundschaft, die sich wieder bewährt hat.

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Gingko

GingkoIn der Flora (der Botanische Garten hier in Köln) gibt es einen wunderbaren, mittlerweile betagten Gingkobaum. Ich besuche ihn mehrmals im Jahr.

Das Blatt dieses Baumes begeistert mich immer wieder. Endlich habe ich dieses Werk nun beendet. Es war sehr arbeitsintensiv und manchmal war ich der Verzweiflung nahe.

Ich nehme es mit in die Ausstellung am übernächsten Wochenende in die Flora.

Ihr Alle seid herzlich dazu eingeladen.

Alle Vögel sind ….nicht mehr da…

Alle Vögel sind …..nicht mehr daso zum Beispiel das Rotschwänzchen, dem es in unseren Breiten zu warm geworden ist. Auch der Kuckuck hat hier keine Chance mehr, denn wenn er kommt, sind schon alle in Frage kommenden Leihmütter fertig mit der Aufzucht. Ich habe alle Vogelnamen, die mir einfielen aufgeschrieben und …. ja klar, ausgeschnitten. Nun locke ich meine gefiederten Freunde an…….. ein wenig klappt es schon….

Kleines Morgengebet

Kleines Morgengebet Danke ,

Für den Bluthasel draußen, der sich so wunderbar abhebt gegen das Grün

der Fichtenspitzen

für die lustig bunten Wäscheklammern auf der regennassen Wäscheleine

für den Regen der letzten Nacht besonders

für den Salat im Hochbeet, der still vor sich hinwächst, einfach so

für das Tuckern der Heizung

die Lichtnelken in der Vase, die so perfekt zu meinem Sessel passen

Für die roten Schnippsel auf der Fensterbank und die blauen Socken an den Füßen

Und für den Hund, den ich gestern fandund……

Rot

Rotist derzeit „meine“ Farbe. Wieder, muss ich sagen, denn noch vor Kurzem war es eher alles Blaue, was mich anzog.

Dieses wunderschöne Bild habe ich gestern für mich zurücklegen lassen. Seit nunmehr drei Jahrzehnten kenne ich den Maler. (Markus Baldegger) Unsere Geschichte werde ich an dieser Stelle nicht erzählen…. aber, das ich ihn wiedergefunden habe macht mich glücklich. Wir hatten uns aus den Augen verloren. Das wir uns wieder begegnet sind, verdanke ich einem Brand. So ist das manchmal.

Ich las im Internet, das vor drei Jahren sein Atelier in Belgien einem Feuer zum Opfer fiel. Das erschütterte mich zutiefst und so machte ich mich auf die Suche nach ihm. Von seiner letzten großen Ausstellung in der Schweiz bekam ich seine Adresse. Er hat den Schock überwunden und seine Malerei hat sich grundlegend geändert. Er hat das abstrakte Malen aufgegeben und hat sich der gegenständlichen Malerei zugewandt. Dabei benutzt er auch Bilder, die der Brand „nur“ beschädigt, aber nicht gänzlich vernichtet hat. Das gibt den Werken eine ganz besondere Tiefe und Intensität. Er malt, was der Brand übrig lies. Eine Art Bestandsaufnahme. Eine Lampe, Gefäße, eine Leiter…….

Sein Atelier ist wieder hergestellt. Ein Traum. Viel Licht und ganz viel Raum….. Er besitzt wieder ein Klavier, auf dem er mir etwas vorspielt und blickt man aus dem Fenster, so schaut man auf weite Wiesen. Sein „Millionärsblick“, wie er schmunzelnd sagt. Auf der Fensterbank wachsen Kräuter und sogar Salat, den ich für unser gemeinsames Essen ernten durfte.

Wir haben den Faden wieder aufgenommen. Er stellte mir Anfang des Jahres, als ich meinen Arbeitsraum aufgeben musste, sein Kölner Atelier, in dem er sporadisch arbeitet, zur Verfügung. Und nun habe ich mich in dieses Bild verguckt.

Ja, für mich hat der Mai schön begonnen. Das ging nicht allen so, wie ich bei meinem Walk heute morgen beobachten konnte.da ging gründlich was schief.

Kirschblüten

Kirschblüten Gestern ließ ich mich treiben. Die Woche war so angefüllt mit Begegnungen und vielen Gesprächen. Ernste Themen zumeist. Es ergab sich so. Der April zeigte sich von seiner launischen Seite und verwehrte mir den Spaziergang am Rhein, den ich beabsichtigt hatte. Also ließ ich mich fallen, zeichnete, ohne abzusetzen Kirschblüten und machte mich gleich daran, sie auszuschneiden und dann pinselte ich sie dick, wie mit Creme ein. Die Sonne kam heraus und ich beschloss, meine kranke Freundin Giesela zu besuchen und ihr etwas zu lesen zu bringen. Es lag ein besonderer Duft in der Luft, wie er nur nach heftigem Regen zu vernehmen ist. Aus jedem Winkel sprießt es derzeit.wie hier, dieses kleine Mauerblümchen.

Wieder zuhause angekommen, pünktlich zur Fernsehzeit, eher unentschlossen, wanderte ich von Sender zu Sender. Nichts für mich dabei, so schien es. Und dann …… ja, da war es wieder, das Thema: „Kirschblüten und rote Bohnen“ was für ein Film.Eine stille, sensible Geschichte um drei Menschen, die zusammenfinden, das große Thema Achtsamkeit und die kleinen und großen Zusammenhänge. Die alte Dame, mit den verkrüppelten Händen, die mit den Bohnen, die sie zubereitet ebenso spricht, wie mit dem Wind, der sich im Kirschbaum verfängt, dem Mond…. mit allem, was sie umgibt und so auf ihre Umgebung lautlos einwirkt.

Meine Kirschblüten waren indessen getrocknet. Ich legte sie zwischen vier Glasplatten, die ich irgendwo einmal gefunden hatte.

So schloss sich der Kirschblüten-Reigen auf wunderbare Weise.

Abel steh auf

Abel steh aufHilde Domin

Abel steh auf

es muss neu gespielt werden

täglich muß es neu gespielt werden

täglich muß die Antwort noch vor uns sein

die Antwort muß ja sein können

wenn du nicht aufstehst Abel

wie soll die Antwort

diese einzig wichtige Antwort

sich je verändern

wir können alle Kirchen schließen

und alle Gesetzbücher abschaffen

in allen Sprachen der Erde

wenn du nur aufstehst

und es rückgängig machst

die erste falsche Antwort

auf die einzige Frage

auf die es ankommt

steh auf

damit Kain sagt

damit er sagen kann

Ich bin dein Hüter

Bruder

wie sollte ich nicht dein Hüter sein

Täglich steh auf

damit wir es vor uns haben

dies Ja ich bin hier

ich

dein Bruder

Damit die Kinder Abels

sich nicht mehr fürchten

weil Kain nicht Kain wird

Ich schreibe dies

ich ein Kind Abels

und fürchte mich täglich

vor der Antwort

die Luft in meiner Lunge wird weniger

wie ich auf die Antwort warte

Abel steh auf

damit es anders anfängt

zwischen uns allen

Die Feuer die brennen

das Feuer das brennt auf der Erde

soll das Feuer von Abel sein

Und am Schwanz der Raketen

soll das Feuer von Abel sein

Und am Schwanz der Raketen

sollen die Feuer von Abel sein

…..in diesem Sinne wünsche ich allen ein mutiges Aufstehen. Ein Aufrecht bleiben…,, frohe Ostern

Bäume essen

Bäume essenja ihr habt richtig gehört. Heute haben mein Mann und ich einen Buchenwald verspeist.

Nachdem ich kürzlich nach einem Rezept zum Einlegen von Bärlauchknospen suchte, stieß ich auf den Tipp, das Buchensämlinge eine leckere Angelegenheit seien .

Nun denn, heute in der Frühe machte ich mich auf in den Wald und wurde rasch fündig. Das Waldbüffet ist eröffnet. Die Buchen sprießen nur so aus dem Boden. Und schnell hatte ich einen Miniwald geerntet. Am Mittag gab es dann Salat. Die Stiele habe ich entfernt. Dann kamen noch Granatapfelkerne und eine Salatsoße mit Steinpilzöl und Bärlauchknospen . Es war unglaublich lecker. Die Sämlinge schmeckten nussig. Eben nach Bucheckern.Dann ging’s ins Atelier und siehe da, nun wachsen Sprossen an der Wand. Ich denke an der Farbe werde ich noch arbeiten. Die Tusche wurde nach dem Trocknen etwas zu hell. Schaut selber.

Einladung…

Einladung…zum still werden.

Diesen Stuhl fand ich vor Monaten auf dem Sperrmüll in der Nachbarschaft. Ich fragte an, ob ich ihn haben dürfe und der Besitzer freute sich sehr, ihn in meinem Besitz zu wissen. Es war der Lieblingsstuhl seiner Mutter und es tat ihm weh, ihn im Müllschlucker verschwinden zu sehen. Seine Frau wollte ihn aber unbedingt entsorgen. So landete er schließlich in meinem kleinen Atelier und mit zwei Tuben von einem schrillen Gelb, versehen mit einem Kissen aus alten Filz- und Seidenresten, lädt er mich ein zum „Hinsetzen“ und still werden. Zum Hinschauen und Verweilen. Die letzten Tage waren angefüllt mit Begegnungen und Aktivitäten, die mich beschäftigen und mir auch ein wenig die Nachtruhe rauben.

Wie die zwölf Apostel saßen wir zwei Tage zusammen. Wir, das sind zwölf Freunde, die gerade ein Netzwerk aufbauen, das uns in einen neuen, vielleicht letzten, Lebensabschnitt, tragen soll. Unter Anleitung einer Mediatorin erarbeiteten wir Visionen, wie wir gemeinsam die Aufgabe des alt werden bewältigen und lebendig gestalten wollen. Ein großes Thema also, das auch ein wenig Mut erfordert. Den Mut genau hinzuschauen auf eine Lebensphase, die nicht nur Sonnenseiten kennt.

Vielleicht berichte ich, wie das Projekt sich entwickelt. Noch summt es in meinem Kopf wie in einem Bienenkorb. Ich werde mich heute ganz still auf meinen gelben Stuhl setzen, werde an die alte Dame denken, aus deren Besitz er stammt und ein wenig träumen. Den Luxus gönne ich mir.