Klein aber fein

Klein aber fein…mein neues Atelier. Groß genug und nicht, wie der alte Raum, unterm Dach, mit schrägen Wänden. Die Freude darüber ist groß. Es ist still, hell und warm dort und an den Wänden wuchert so manches Gewächs. Hier die wilde Karde, die ich als kleine Zeichnung in meinen Mappen fand. und die jetzt kopfüber ganz groß rausgekommen ist.oder der Frauenmantel….immer wieder der Frauenmantel und dann – ebenfalls um ein Vielfaches gewachsen – der wilde Mohn.

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Die kleinen Dinge

Die kleinen Dinge….sind es, die mich derzeit bewegen. Vielleicht macht der Verzicht auf feste Nahrung dünnhäutig. Seit gestern faste ich. Schon vorher habe ich auf Vieles verzichtet. Auf das Glas Wein am Abend. Auf Zucker, zuletzt auch auf Kaffee. Nun begnüge ich mich mit Tee, Wasser und Gemüsebrühe. Ich friere schnell, aber dafür gibt es ja meine Wärmflasche und dicke Socken, Alles da. Und das Wissen, das ich es mir selbst ausgesucht habe. Keine äußeren Umstände zwingen mich dazu.

Mein Mann macht mit. Das ist sehr hilfreich und wir können lachen und grummeln zusammen.

Es ist Morgen, die Vögel singen und alles beginnt neu. Die Müllmänner sind schon unterwegs und bringen alles fort, was wir weggeworfen haben. Auch das ist Glück.

Der Frühling ist nicht aufzuhalten.

Alltag

Alltagauf Anregung von Ulli, bin ich nun bereit, aus dem Nähkästchen zu plaudern und Gegenstände, die ich nahezu täglich benutze, zu zeigen. Mein Nähkästchen gehört dazu. Ich bekam es vor Jahren von einer alten Dame geschenkt. Ich frage mich, woher der Ausdruck:“aus dem Nähkästchen Plaudern“ kommt. Kann mir das jemand sagen?

Unbedingt zu meinem Leben gehört mein kostbarer Suppentopf, mein Sohn hat ihn mir geschenkt. Ich selber hätte mir niemals so ein teures Teil gegönnt. Was wäre mein Leben ohne Suppen? Hier die köstliche Pastinaken-Suppe ist ein Mitbringsel zur Geburtstagsfeier an eine Freundin. Suppen sind mehr als ein warmes Essen, Suppen sind Balsam für Leib und Seele. Wenn ich nicht die richtigen Worte finde, um jemanden zu trösten, dann frage ich: soll ich dir eine Suppe kochen? Noch nie hat jemand abgelehnt. Manchmal stelle ich sie auch ungefragt vor die Tür. Zum Beispiel, als mein Sohn von einer großen Reise nach Vietnam zurück kam, er sagte später, dass sie noch vor dem Auspacken der Koffer verputzt wurde.

Und nun zu den unverzichtbaren Sachen aus meinem Alltag.Nicht nur jetzt, wo mich ein Schnupfen plagt, ist die Wärmeflasche mein wichtiger Begleiter. Mein Mann spottet, wenn ich mit ihr durch die Wohnung wandere, sie von dem Rücken auf den Bauch und wieder zurück schiebe. Er sagt, hast du wieder deinen Geliebten bei dir? Dann antworte ich, keine Sorge, er ist ne alte Flasche.

Und dann die Taschentücher sie sind aus meinem Alltag, leider nicht weg zu denken ebenso wie Zitrone und Ingwer, die Teekanne, meine Lieblingstasse, das Rotlicht und Honig. Jeder Tag beginnt mit einer Tasse mit heißem Wasser mit Honig, Zitrone und frisch geriebenem Ingwer. Die gebrauchte Kaffefiltertüte wollte ich vor dem Fotografieren wegräumen, aber dann schob ich sie zurück ins Bild, sie gehört ja dazu. Mit der habe ich noch was vor.

Weiß

Weiß……ist es draußen. Und still. Der Schnee deckt alles zu. Es inspirierte mich dazu dieses Rindenstück (ich fand vor etlichen Monaten drei komplett erhaltene Exemplare im Wald) weiß anzustreichen und dann habe ich einfach ein zartes Etwas samt einer winzigen Lichterkette, hineingestopft. Eine kleine „Erleuchtung“.

Klein

Kleinaber fein. Beim Räumen fand ich in einer kleinen Schachtel diese Schätze. Überbleibsel von irgendeinem Sommer. nun habe ich es doppelt konserviert. Eingemacht, sozusagen.

Kleine Atempausen

Kleine Atempausen Derzeit zwingt mich das Leben loszulassen. Neben menschlichen Verlusten, muss ich mein Atelier räumen, ein Neues ist nicht in Sicht. Also stellt sich die Frage, was kann bleiben, was muss weg. Nicht einfach. Vieles wird verschenkt, unters Bett geschoben, woanders untergestellt oder findet den Weg in die Tonne. Zwischendurch gönne ich mir kleine kreative Auszeiten. Wie diesen Fetzen eines Spitzendeckchens, kleine Laternenund da mir das Märchen vom Aschenputtel momentan im Kopf herumspukt, das Kleidchen, von einer wohlwollenden Fee hergezaubert

Etwas bleibt

Etwas bleibtEs stimmt nicht, das alles vergeht. Es sind die Übergänge, die uns die Vergänglichkeit bewusst machen. Ein Blatt, das verdorrt, eins wird mit dem Weg, auf dem es liegt. Blütenrispen, Samenkapseln….Knochen ….und dann kommt der Umwandlungsprozess. Nicht immer sichtbar für unsere Augen. Es spielt sich auf einer anderen Ebene ab.

Als meine Nichte vor nunmehr einer Woche ging , wollte ich es nicht glauben, die Nachricht einfach verweigern. Aber sie kommt nicht mehr. Ihre Schwestern haben die Todesanzeige mit diesem schönen Text von Trude Herr versehen:

„Wenn man Abschied nimmt

Geht nach unbestimmt

Mit dem Wind wie Blätter wehn.

Niemals geht man so ganz

Irgendetwas von mir bleibt hier

Es hat seinen Platz immer bei dir

Ich verspreche hier

Bin zurück bei dir

Wenn der Wind von Süden weht“

Als ich meiner Nichte neulich aus Maria Laach diesen Engel schicktekonnte ich nicht ahnen, das er sie gleich mitnimmt. Was bleibt ist ein kleiner Engel to go (wie sie es nannte), den sie mir vor Jahren schenkte.

Raunächte

Raunächte Das eine oder andere Blatt, eine verdorrte Ranke, eine Feder, hält sich noch fest an Winterzäunen. Bald wird es von der Zeit zerrieben. Ich schaue zu, werde still und übe das Loslassen, Tag für Tag, Nacht für Nacht…..